Seite wählen

Ein Refugium der Natur. Lesung in Eberswalde.

Ines Gerstmann bereitet sich vor

Foto (c) Carmen Winter

17. JuLi 2021

von Matthias Körner

„Guten-Morgen-Eberswalde! Kulturelle Interventionen in Eberswalde“, so heißt eine etablierte und preisgekrönte Veranstaltungsreihe. An diesem 17. Juli interveniert die Natur im Westen Deutschlands, indem sie mit ungeahnten Sturzfluten rebelliert. Hier im Forstbotanischen Garten von Eberswalde zeigt sich die Natur friedlich und in ganzer Schönheit, stichelt nur etwas mit unzähligen Mücken gegen die etwa 50 Gäste, die, gut versorgt vom Veranstalter Udo Muszynski, drei Vorlesenden zuhören. Die sitzen auf einer Bühne, bei der die Transparenz der Seitenwände und des Daches den Garten quasi mit auf die Bühne holt. Die drei, Carmen Winter, Ines Gerstmann und Matthias Körner haben neben ihren Texten noch die anderer Autoren Brandenburgs im „Gepäck“, sprich einer Anthologie des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Die Anthologie „Hier ist herrlich arbeiten“ feiert das 30-jährige Jubiläum des Brandenburger Verbandes. Im Laufe der 30 Jahre sind im Verbandsnamen noch die Schriftstellerinnen dazugekommen, weil sonst vielleicht niemand glauben würde, dass auch Frauen dichten. Die Anthologie hätte auch so das Gegenteil bewiesen, nicht zuletzt die beiden VorleserINNEN: Carmen Winter und Ines Gerstmann. Die Texte der Anthologie, in einem sehr aufwändig gestalteten Hartcover-Buch mit Illustrationen Brandenburger Künstler im Verlag Berlin und Brandenburg erschienen, sind in Themen, Stil und Genre sehr verschieden, aber alle kurz und sehr kurz. Das bot den Dreien die Gelegenheit, nicht nur die eigenen Texte aus der Anthologie zu lesen. Bei den Zuhörern kam das gut an, ihnen wurde die reichliche Stunde Lesung offenkundig nicht zu lang. Nicht mal die Mücken schafften es, die Aufmerksamkeit zu „zerstechen“, selbst die zuvor lärmenden Vögel hielten ihren Schnabel.
Im Anschluss stiegen die drei von der Bühne herab und mischten sich für Fragen und Diskussionen ins Publikum.
Einen solchen Guten Morgen ließen sich Zuhörer und Lesende gern gefallen. Jeder Morgen ist ja auch ein Beginn, ein Neustart und so ist die Förderung der Lesung im Rahmen des Bundesprogramms „Neustart Kultur“ an diesem Tag besonders symbolträchtig. Dank gilt der perfekten Organisation und jenen, die den 1830 gegründeten Forstbotanischen Garten hegen und pflegen und ihn zur Forschung im Einklang mit der Natur nutzen.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.