Obstkistenbühne Ferch
(c) Protze
17. Juli 2026
von Dr. Ingrid Protze, „Obstkistenbühne Ferch“
Mit der Fercher ObstkistenBühne sind wir alle dieses Jahr um 34 Jahre älter geworden, wir Künstler und auch Teile unseres Publikums.
Unsere inzwischen erwachsenen Kinder sowie die Kinder der Zuschauer*innen tauchen nun mit eigenen Kindern, unseren Enkeln, in die Familien- und Abendprogramme ein. Es spielen seit 1992 in Ferch am Schwielowsee Wolfgang Protze, Gitarre und Gesang, Gerald Bassing Saxophone, Winfried Rogel Keyboards und Ingrid Protze Akkordeon und Gesang.
„Schon vor 25 Jahren saß ich mit meiner Familie in der Sommersaison in der ersten Reihe, klatschte im Takt mit den Holzpantinen und sang textsicher die Refrains der Klassiker mit. Regelmäßig summe ich den Wiesensteg-Reggae vor mich hin…erzähle die Legende von der Fercher Fee, wenn der Nebel aufzieht. Besonders freue ich mich daher, daß unser Sohn und sein Cousin nun ebenfalls mit den Liedern der ObstkistenBühne aufwachsen dürfen.
Der Konzertauftakt am Fahrradsonntag war bereits ein voller Erfolg, denn die Kinder durften die vielen Details im Garten entdecken, konnten tanzen, sich verkleiden und sogar schon ein bißchen beim Beeren-Quiz mitraten….“ schrieb Franziska M.u.a. im „Der Havelbote“ vom Okt. 2025.
Das Rhythmusklappern mit den märkische Holzpantinen an den Händen ist zu einem wichtigen Alleinstellungsmerkmal, märkischen Klangraum und internationalen Kommunikationsmittel geworden. Viel Taktgefühl wird den Konzertgästen abverlangt beim Klappern für Anfänger, Fortgeschrittene und für Profis. Der Zweitnamen der ObstkistenBühne als „Märkisches-Holzpantinen-Musik-und-Literatur- Theater-im Grünen“ nimmt direkten Bezug auf das einstige Schuhwerk der Obstbauern.
Schließlich finden die Veranstaltungen auf einem alten Obstbauernhof, dem „umfriedeten Bereich“, eines Hofs, statt. Rasen bildet das Parkett, die Bühne ähnelt einer vergrößerten, auf die Seite gekippten Obstkiste, Obstbäume und die mehr als 100jährige Linde beschatten das Ensemble. Von Zitty rührt die Bezeichnung her„Skurrilste Bühne Brandenburgs“.
Die Programmrubriken „Frisch Gepreßtes“, „Immergrünes“ und „Fallobst“ deuten schon auf den Witz, den Humor und die Pointen der Lieder hin, die Liedermacher und künstlerischer Leiter Wolfgang Protze in seinen Texten und Musiken aufscheinen läßt.
Theodor Fontane hat vor ca. 150 Jahren unsere Landschaft durchwandert oder hat sie per Eisenbahn oder auf der Pferdestraßenbahn erfahren. Von seiner Bootstour übern Schwielow schreibt er „…die Segel standen blendend weiß“…und „dahinten lag das einsame Ferch“. Kein Wunder, daß er zum 5. Mitspieler aller Veranstaltungen avancierte. Insbesondere Texte aus seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, Band 3 Havelland, erlauben uns einen historischen, aber vor allem auch, poetischen Zeitvergleich.
Ein großer Fan schrieb einst: Ob im Land Brandenburg, in Deutschland, in Europa oder gar Übern See; nach dem ersten Lied weiß man, woher die Künstler stammen: „Ahoi Piraten vom Schwielowsee“ oder „Old Ferch – New York“, selbst wenn sie in englischer oder italienischer Sprache erklingen…
34 Jahre sind eine lange Zeit, nicht zuletzt ermöglicht durch die Unterstützung von Kommune, Landkreis und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Sponsoren und unermüdliche ehrenamtliche Hilfe.
Zum 35. Male heißt es vom 2. August bis zum 14. August wieder: „Raus ins Grüne“ in den Abendkonzerten: „Landmusik vom Drehort Schwielowsee“ und „Mit Fontane um den Schwielowsee – von Caputh (Brandenburg) nach Caputh (Schottland) und den Familienprogrammen „Mit Fontane beim Vogelscheuchenball am Schwielow.“


